Renale Denervation

Minimal-invasiver Eingriff gegen schwer einstellbaren Bluthochdruck

Die renale Denervierung oder RDN-Therapie ist ein minimal-invasives kathetergestütztes Verfahren, mit dem sich medikamentös schwer oder nicht einstellbarer Bluthochdruck erfolgreich senken lässt. Bei der kleinen Operation unter lokaler Betäubung werden Nervenfasern an der Niere abgeschaltet, die massgeblich an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Bluthochdruck beteiligt sind.

RDN-Therapie senkt den Blutdruck effektiv

Bluthochdruck ohne erkennbare organische Ursachen (primäre oder essenzielle Hypertonie) geht wesentlich auf eine Übererregung des sympathischen Nervensystems, des Sympathikus, zurück. Das ist der Teil des Nervensystems, der sich nicht durch den Willen beeinflussen lässt. Ein grosser Teil der für die Erhöhung des Blutdrucks massgeblichen sympathischen Nervenfasern verläuft in der Nierenwand bzw. in den beiden Nierenarterien.

Renale Denervation: Fasern des sympathischen Nervensystems veröden

Bei der renalen Denervation werden diese Fasern des sympathischen Nervensystems schmerzfrei verödet. Dadurch können diese Sympathikusnerven keine blutdruckerhöhenden Signale mehr senden – und der Blutdruck sinkt. Dies ist sehr wichtig, um das erhöhte Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko von Menschen mit Bluthochdruck zu reduzieren und die Ausbildung von Gefässverkalkungen zu verhindern.

„Nach jahrelanger Medikamenteneinnahme ohne spürbare dauerhafte Blutdrucksenkung erleben unsere Patientinnen und Patienten den Erfolg einer renalen Denervation als grosse Erleichterung – und wesentlichen Beitrag zu mehr Lebensqualität.“

Prof. Dr. med. Nicolas Diehm

Facharzt für Angiologie

Renale Denervation im Überblick

Ablauf des Eingriffs im Katheterlabor

Die renale Denervation ist ein schonender minimal-invasiver Eingriff. Der Eingriff dauert in der Regel etwa eine Stunde. Prof. Dr. Nicolas Diehm und die Kolleginnen und Kollegen des Zentrums für Gefässmedizin nehmen die Denervation als Belegärzte im Katheterlabor der Hirslanden Klinik Aarau vor.

Nach einer örtlichen Betäubung an der Leiste wird ein kleiner Hohlschlauch (Katheter) unter Röntgenkontrolle über Leisten- und Oberschenkelarterie bis an die Wand der Nierenarterie geführt. Dieser sogenannte Ablationskatheter hat an der Spitze eine Elektrode, die Radiofrequenzwellen (RF-Wellen) abgibt. Mit 6 bis 8 Stössen dieser RF-Wellen in jeder der beiden Nierenarterien werden punktgenau die für den Bluthochdruck massgeblichen auf- und absteigenden Nervenbahnen des sympathischen Nervensystems verödet. So werden die Nieren vom Stressnervensystem entkoppelt.

Nach dem Eingriff ist es sinnvoll, wenn Sie zur Überwachung eine Nacht in der Klinik verbringen.

Für wen ist die renale Denervation gegen Bluthochdruck geeignet?

Die renale Denervation kommt vom Prinzip her für alle Formen von essenziellem Bluthochdruck infrage. Diese Form der Hypertonie, bei der sich keine nachweisbare Ursache für erhöhten Blutdruck findet, macht 90 Prozent der Fälle aus. Nicht geeignet ist die renale Denervation, wenn erhöhter Blutdruck beispielsweise durch Erkrankungen der Nieren, der Schilddrüse, von Blutgefässen oder des Hormonstoffwechsels (wie Hyperaldosteronismus) verursacht ist.

Zugelassen bei schwer einstellbarem Bluthochdruck

Als Therapie anerkannt ist die renale Denervation aktuell für Patientinnen und Patienten, bei denen sich Bluthochdruck ohne erkennbare organische Ursache mit Medikamenten nicht oder nur unzureichend einstellen lässt. Mediziner sprechen von therapierefraktärer arterieller Hypertonie. Die Kriterien für diese Diagnose sind erfüllt, wenn Patientinnen oder Patienten trotz leitliniengerechter Therapie mit 3 blutdrucksenkenden Medikamenten unterschiedlicher Substanzklassen in maximaler Dosierung (inklusive eines entwässernden Wirkstoffs) keinen ausreichenden Effekt erlangen, der Blutdruck also nicht unter den systolischen Wert von 160 mmHg (150 mmHg bei Diabetikern) sinkt.

Ob die renale Denervation aber für Sie persönlich geeignet ist, lässt sich erst nach einer eingehenden Untersuchung sagen.

Vor- und Nachteile der renalen Denervation

  • Schnelle und effektive Senkung des Blutdrucks um bis 40 mm/HG
  • Wegfall oder Dosisreduzierung von Blutdrucksenkern mit ihren Nebenwirkungen
  • Positive Effekte auf Diabetes und Herzschwäche
  • Schonender kurzer Eingriff ohne Vollnarkose
  • Äusserst geringe Komplikationsrate

Zu den Nachteilen zählt, dass auch minimal-invasive Verfahren Eingriffe darstellen, die mit einem – wenn auch sehr kleinen – Risiko für Komplikationen einhergehen.

Diskussion um die renale Denervation

Neue Studien belegen die Wirksamkeit

Die renale Denervation ist eine vergleichsweise junge Methode zur Behandlung schwerer Hypertonie, die seit 2010 eingesetzt wird – und als bahnbrechend gefeiert wurde. Kurze Zeit später erschienen aber Studien, die das Verfahren als wenig wirksam darstellten – und es wurde still um die RDN-Therapie. In jüngerer Vergangenheit machten sich Forscher daran, die Wirksamkeit in neuen und methodisch verbesserten Studien zu überprüfen. Und diese Studien ergaben, dass Patientinnen und Patienten in der Mehrheit von der renalen Denervation profitieren.

Patientenbroschüre mit ausführlichen Informationen

Ausführliche Informationen zur kathetergestützten minimal-invasiven Behandlung von Hypertonie finden Sie in der Patientenbroschüre: Renale Denervierung (RDN-Therapie). Die Broschüre stammt vom Medizingerätehersteller Medtronic, dessen Symplicity-System das Zentrum für Gefässmedizin bei den Eingriffen im Katheterlabor der Hirslanden-Klinik verwendet.

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